Spermienqualität

"Es hat wieder nicht geklappt..." Immer mehr Paare haben Probleme, ein Kind zu zeugen. Eine häufig nicht bedachte Ursache ist mangelnde Spermienqualität. Der männlichen Zeugungskraft kann aber in einigen Fällen auf die Sprünge geholfen werden.

Das Hormon FSH beeinflusst die Spermienbildung.

Gesunde Spermien brauchen einen stabilen Hormonspiegel

Um zu verstehen, wie wichtig die Qualität der Spermien für die Zeugung sind, ist es hilfreich, ein bisschen über deren Entstehung zu wissen. Der männliche Samen wird in den Hoden produziert und durchläuft dort unter Einfluss verschiedener Hormone mehrere Reifestadien. Eine besondere Rolle spielt bei der Spermien-Reifung das Hormon FSH, das in der Hirnanhangdrüse produziert wird. Herrscht im männlichen Körper ein Mangel an FSH, wird die Spermienbildung gebremst. Vom Hormonmangel betroffen ist auch das Testosteron. Seit einigen Jahren leiden immer mehr Männer in den westlichen Industrieländern an Hormonmangel.

Männer, die ein Kind zeugen möchten, sollten eine Testosteronbehandlung jedoch nur mit Vorsicht und in Absprache mit dem behandelnden Arzt durchführen.

Ursachen und weitere Informationen dazu finden Sie hier. Ein Testosteronmangel kann durch Arzneimittel mit dem Wirkstoff rasch ausgeglichen werden. Männer, die ein Kind zeugen möchten, sollten eine Testosteronbehandlung jedoch nur mit Vorsicht und in Absprache mit dem behandelnden Arzt durchführen. Erhöhte Testosteronwerte, wie sie vor allem bei einer Spritzenbehandlung auftreten, hemmen die Spermienproduktion.

Der Lebensstil eines Mannes beeinflusst seine Zeugungsfähigkeit

Viele Faktoren haben Einfluss auf Menge, Beweglichkeit und Überlebensdauer der Spermien. Auch, wenn viele Männer das nicht so gern hören: Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil haben unmittelbaren Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit. Besonders Rauchen (auch mäßiges Rauchen), übermäßiger Alkoholgenuss und Drogenkonsum schränken die Vitalität der Samenzellen ein. Auch Anabolika können die empfindlichen Samenzellen schädigen.

Tipps, um die Spermienqualität zu verbessern

Was Spermien fit werden lässt und was ihnen schadet, wurde wissenschaftlich bereits mehrfach belegt. Fazit: Die meisten Männer können Menge, Qualität und damit Ihre Zeugungsfähigkeit selbst beeinflussen!

    1. Halten Sie Ihre Hoden kühl

      Die Hoden sind von Natur aus ein paar Grad kühler als die normale Körpertemperatur. Das ist wichtig, damit die Spermienproduktion optimal verlaufen kann. Sehr enge und sehr warme Unterbekleidung sollten Sie bei bestehendem Kinderwunsch deshalb meiden. Auch Sitzheizungen, heiße Bäder und Heizdecken können die Hoden zu stark erwärmen.

    2. Versuchen Sie, sich gesund zu ernähren

      Besonders die Mineralstoffe Zink (ist z.B. in Fisch, Käse, Vollkornbrot enthalten) und Selen (z.B. in Fisch, Milch und Nüssen) gelten als wichtig für die Vitalität und Menge der Spermien. Auch Vitamin C (besonders reichhaltig vorhanden in Petersilie, Hagebutten und Zitrusfrüchten) wird empfohlen, damit auch die Spermien gesund und mobil sind.

    3. Nikotinstopp

      Mehrere Studien haben gezeigt, dass bei Rauchern das Erbgut in den Spermien geschädigt sein kann. Sogar die Chancen einer künstlichen Befruchtung sind stark eingeschränkt, wenn der Mann raucht. Noch mehr gute Gründe, um diesem Laster endgültig Adieu zu sagen!

    4. Fahren Sie ihren Stresspegel runter

      Zu viel Stress wirkt sich schädigend auf den gesamten Organismus aus. Er kann auch einen Testosteronmangel begünstigen, der bei mangelnder Spermienqualität oft gleichzeitig zu finden ist. Wenn Sie ein „Kandidat“ für Dauerstress sind, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe versuchen, einen Gang runterzuschalten. Mehr Freizeit, mehr Sport, autogenes Training und auch die Kunst, mal „Nein“ zu sagen, können helfen, das Leben entspannter zu gestalten.

    5. Setzen Sie sich nicht allzu sehr unter Druck

      „Es muss jetzt einfach klappen! Alle anderen werden doch auch schnell schwanger!“ Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt, setzen sich beide Partner oft mit Sätzen wie diesem unter Druck. Verständlich! Versuchen Sie aber, den „Zeugungsstress“ bewusst in Grenzen zu halten. Zeitdruck, Angst und gegenseitige Vorwürfe verschärfen die Situation nur. Versuchen Sie, gelassen zu bleiben.

In Kinderwunschpraxen kann vielen Paaren geholfen werden

Insbesondere Paare in den fortgeschrittenen 30er Jahren verschenken kostbare Zeit, wenn sie jahrelang auf eigene Faust eine Schwangerschaft herbeiführen wollen oder einfach nur abwarten. Die Ärzte in einer Kinderwunschpraxis können vielen Paaren schnell sagen, ob bei einem Paar Unfruchtbarkeit vorliegt und was man dagegen tun kann. Zögern Sie nicht allzu lange! Es gibt immer mehr Gynäkologen und Endokrinologen (Hormonspezialisten), die sich auf das Fachgebiet „Kinderwunsch“ spezialisiert haben. Dort werden sowohl Männer als auch Frauen behandelt. Am besten, Sie vereinbaren gleich mit Ihrer Partnerin zusammen einen Termin. Als Mann können Sie auch einen Andrologen oder Urologen aufsuchen und dort ein Spermiogramm anfertigen lassen. Die Unfruchtbarkeitsuntersuchung, bei der Sie lediglich Samen abgeben müssen, gibt Aufschluss über die Qualität Ihres Spermas. Über unseren Arztfinder können Sie bequem eine Praxis in der Nähe Ihres Wohnorts heraussuchen.