Spermiogramm: Die Untersuchung der Fruchtbarkeit

Sie möchten seit längerer Zeit ein Kind bekommen, aber Ihre Partnerin wird nicht schwanger? Dann können Sie beim Facharzt ganz unkompliziert Ihre Zeugungsfähigkeit untersuchen lassen.

Verschaffen Sie sich Klarheit mit einer Unfruchtbarkeitsuntersuchung.

Schieben Sie den Arztbesuch nicht auf die lange Bank

Experten raten, nach ungefähr einem „erfolglosen“ Kinderwunsch-Jahr zur Unfruchtbarkeitsuntersuchung. Männer, die wissen möchten, ob Ihre Spermienqualität in Ordnung ist, wenden sich am besten an einen Andrologen (Facharzt für Männerheilkunde), einen Urologen oder eine Kinderwunschpraxis.

Nach einem erfolglosen Kinderwunsch-Jahr raten Experten zu einer Fruchtbarkeitsuntersuchung.

So läuft die Fruchtbarkeitsuntersuchung ab

  1. Spermiogramm

    Die wichtigsten Anhaltspunkte über Ihre Zeugungsfähigkeit liefert ein sogenanntes „Spermiogramm“. Sie müssen für diese Untersuchung lediglich Sperma abgeben. Die Körperflüssigkeit wird dann im Labor genau analysiert.

    Viele Männer finden die Vorstellung, Ihren Samen in einer Arztpraxis zu „produzieren“ recht gewöhnungsbedürftig. In den meisten Fällen ist das aber gar kein Problem. Ärzte, bei denen man ein Spermiogramm anfertigen lassen kann, haben ein ruhiges, extra für diesen Zweck eingerichtetes Zimmer. Wer will, kann seine Partnerin mit hineinnehmen. Auch vor peinlichen Situationen mit dem Praxispersonal müssen Sie sich nicht fürchten. Für die Ärzte und Arzthelferinnen ist die Anfertigung eines Spermiogramms tägliche Routine, niemand wird „viel Wind“ um die Angelegenheit machen. Wenn Sie sich trotzdem nicht überwinden können oder wollen, kann das Sperma auch zu Hause gewonnen und in die Arztpraxis gebracht werden.

  2. Gespräch

    Der Arzt wird auch ein Gespräch mit Ihnen führen. Da mangelnde Spermienqualität oft auch mit den Lebensgewohnheiten zusammenhängt, sollten Sie ehrlich Auskunft über eventuelle Laster wie Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, Drogen oder unausgewogene Ernährung geben. Bedenken Sie: Der Arzt will Ihnen keine Moralpredigt halten, sondern Ihnen zu einem eigenen Kind verhelfen. Ihr Arzt wird sich auch danach erkundigen, ob Sie und Ihre Partnerin regelmäßig Sex zum „richtigen“ Zeitpunkt, also um Ihren Eisprung herum, miteinander haben.

    Auch diese Information ist wichtig, um ein eventuell bestehendes Problem mit der Zeugungsfähigkeit besser einschätzen zu können. Der Arzt wird Sie auch nach eventuell bestehenden Krankheiten (z.B. Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen o.Ä.), zu ernsten Vorerkrankungen (z.B. Krebs) und vorangegangenen Operationen fragen.

  3. Ergebnisse

    Wenn Ihr Spermiogramm vorliegt (meist innerhalb weniger Tage), wird der Arzt die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen besprechen. Wichtige Eckpunkte sind: Menge des Ejakulats, Konzentration der Spermien (also wie viele Spermien pro Milliliter enthalten sind), Beweglichkeit der Spermien, Vitalität und Überlebensdauer der Spermien, Form der Spermien

    Wenn Ihr Spermiogramm auf Zeugungsunfähigkeit oder, was weitaus häufiger vorkommt, eingeschränkte Zeugungsfähigkeit hindeutet, wird im Abstand von zirka drei Monaten ein weiteres Spermiogramm angefertigt. Die Samenqualität unterliegt auch bei gesunden Männern starken Schwankungen, deshalb ist es wichtig, mit einem zweiten Spermiogramm Vergleichswerte zu erhalten.

  4. Der Arzt entscheidet mit dem Paar über das weitere Vorgehen

    Hat der Arzt Einschränkungen in der Zeugungsfähigkeit bei Ihnen festgestellt, wird er mit Ihnen und Ihrer Partnerin besprechen, ob und wie man Ihnen helfen kann. Die moderne Medizin verfügt über verschiedene Möglichkeiten, Paaren mit eingeschränkter Chance auf eine natürliche Empfängnis zu einem eigenen Kind zu verhelfen. Es gibt mehrere Arten der künstlichen Befruchtung (z.B. Insemination, In-vitro-Fertilisation). In einigen Fällen reicht auch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, um die Spermienqualität und die damit verbundenen Empfängnischancen zu verbessern.

Sollte das erste Spermiogramm auf eingeschränkte Zeugungsfähigkeit hinweisen, wird nach 3 Monaten ein weiteres Spermiogramm zur Sicherheit nachgefertigt.