Serotonin – Behandlung von vorzeitigem Samenerguss

Wenn Sie von vorzeitigem Samenerguss betroffen sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Problem zu behandeln. Im Zentrum der Therapie sollte immer auch das Gespräch mit der Partnerin stehen. Bislang sind nur wenige Medikamente zugelassen.

Ein Therapeut/in kann Ihnen helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Nicht zu lange auf eigene Faust herumprobieren

Es fällt betroffenen Männern nicht leicht, über das Thema vorzeitiger Samenerguss zu reden. Da ist es verlockend, frei verkäufliche Mittel gegen vorzeitigen Samenerguss im Internet zu bestellen und einfach mal auszuprobieren. Oft lässt sich jedoch ein dauerhafter Erfolg damit nicht erreichen. Deshalb sollten Sie sich überwinden und sich mit einem Facharzt beraten! Er kann am besten einschätzen, wo das Problem bei Ihnen oder in Ihrer Paarbeziehung liegt und welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist.

Betroffene helfen sich mit Betäubungssprays und Cremes

Als erste Methode, mit Arzneistoffen den Samenerguss herauszuzögern, gelten Cremes, die einen leichten Betäubungseffekt haben. Sie enthalten die lokal betäubend wirkenden Stoffe Lidocain oder/und Prilocain. Die Mittel werden direkt auf die Eichel aufgetragen. Auch ein Spray mit diesen Substanzen wurde entwickelt. Zubereitungen mit Stoffen zur lokalen Betäubung sind frei verkäuflich. Nachteile der Methode: Es sollte ein Kondom benutzt werden, um bei der Partnerin kein genitales Taubheitsgefühl zu erzeugen. Außerdem kann es zu lokalen Reizungen am Penis kommen.

Frei verkäufliche Mittel gegen vorzeitigen Samenerguss sind nicht zu empfehlen. Lassen Sie sich lieber vom Arzt beraten.

Die Rolle von Serotonin

Das Hormon Serotonin spielt bei vielen Männern, die von vorzeitigem Samenerguss betroffen sind, eine Schlüsselrolle. Für Arzneimittel, die als Psychopharmaka die Serotoninspiegel im zentralen Nervensystem anheben, wurden als Nebenwirkungen bei Männern Verzögerungen des Orgasmus und der Ejakulation beschrieben. Dies führte dazu, kurz wirksame so genannte Serotoninwiederaufnahmehemmer zum Einsatz bei vorzeitigem Samenerguss zu entwickeln. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Dapoxetin, der in Deutschland zum Einsatz bei frühzeitigem Samenerguss zugelassen ist. Dapoxetin kann die Zeit bis zur Ejakulation verlängern.In einer ganzen Reihe von Fällen reicht bereits die Verlängerung der Latenzzeit vom Eindringen in die Scheide bis zur Ejakulation um ein bis zwei Minuten aus, um das Gefühl einer besseren Kontrolle und mehr Zufriedenheit mit dem Geschlechtsakt zu haben. Der Wirkstoff wird ein bis drei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in Tablettenform eingenommen. Das Medikament ist verschreibungspflichtig, die Kosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Auch die Partnerin leidet unter dem Problem

Vom vorzeitigen Samenerguss ist nicht nur der Mann betroffen, sondern immer auch seine Partnerin. Viele Frauen leiden darunter, wenn der Sex regelmäßig „zu kurz“ ist. Dazu kommt, dass viele Paare Schwierigkeiten haben, offen über das Problem zu sprechen. Leider wird durch Schweigen meist alles noch schlimmer!

Eine Kurzzeit-Therapie kann helfen, die Lage zu entspannen

In einer Verhaltens- oder Sexualtherapie lernen Sie, verbale Hemmungen zu überwinden. Der Therapeut oder die Therapeutin kann Ihnen helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Außerdem wird besprochen, was Sie beide beim Sex tun können, um den Samenerguss hinauszuzögern. Es gibt verschiedene einfache Techniken und Handgriffe, die helfen, die Ejakulation besser zu kontrollieren.

Überwindung lohnt sich

Auch, wenn der Gang zum Therapeuten ein bisschen Überwindung kostet – es lohnt sich! Meist sind nur wenige Sitzungen (ca. 5) nötig, um große Fortschritte zu erzielen und zu einer entspannteren Sexualität zu finden. Tipps, was Sie sonst noch tun können, um Ihr Problem anzugehen, finden Sie im nächsten Kapitel.