Anatomie der männlichen Geschlechtsorgane

Der Aufbau der männlichen Geschlechtsorgane ist nicht so übersichtlich, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Hier erfahren Sie, welche Organe zum Genitaltrakt gehören und welche Aufgaben sie erfüllen.

Die Anatomie der männlichen Geschlechtsorgane

Der Penis führt ein „Doppelleben“

Dem Penis kommt eine Doppelfunktion zu: Zum einen gehört er zu den äußeren Geschlechtsorganen. Gleichzeitig ist er auch Teil der ableitenden Harnwege, denn durch ihn wird auch der Urin aus dem Körper abgeleitet. Aus dieser Tatsache ergibt sich z.B. die Funktion der Cowper-Drüse (siehe Grafik), die mit ihrem Sekret für einen spermienfreundlichen pH-Wert innerhalb der Harnsamenröhre sorgt. Um den Aufbau und das komplexe Zusammenspiel der männlichen Geschlechtsorgane genau zu verstehen, ist es hilfreich, sich deren Funktion im Detail anzusehen (siehe unten).

Die wichtigsten männlichen Geschlechtsorgane im Überblick

  • In den Hoden werden die Spermien und das männliche Geschlechtshormon Testosteron gebildet.
  • Der Hodensack umhüllt die Hoden.
  • Die Spermien gelangen über den Samenleiter in die Harnröhre.
  • Die Prostata (Vorsteherdrüse) und die Bläschendrüsen sondern eine Flüssigkeit ab, die die Beweglichkeit der Spermien ermöglicht.
  • Der Penis selbst ist von Schwellkörpern durchzogen, die sich bei einer Erektion aufrichten.
  • Beim Samenerguss wird der Samen aus den Hoden beziehungsweise Nebenhoden zusammen mit Flüssigkeit aus Samenbläschen und Prostata die Harnröhre gepresst und ausgestoßen.

Die äußeren Geschlechtsorgane im Detail

  1. Hodensack (Skrotum)

    Der Hodensack ist eine Hauttasche, die durch eine Scheidewand in zwei Hälften geteilt ist. Dort sind beide Nebenhoden und Hoden enthalten. Im Hodensack ist die Temperatur etwas niedriger als im restlichen Körper. Grund: Die ideale Temperatur bei der Spermienproduktion liegt ein bis zwei Grad unterhalb der Körpertemperatur.

  2. Penis

    Der Penis, auch Glied genannt, besteht aus drei Teilen: Peniswurzel, Penisschaft und Eichel (siehe Grafik). Die empfindliche Eichel wird durch die Vorhaut geschützt, an ihr befindet sich auch die Öffnung der Harnsamenröhre. Im Inneren des Penis befinden sich Schwellkörper, die für das Zustandekommen einer Erektion wichtig sind.

Die inneren männlichen Geschlechtsorgane im Detail

  1. Hoden

    Das zentrale Organ für Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. In den Hoden werden die Samenzellen gebildet, die im Körper der Frau die weibliche Eizelle befruchten. Neben den Spermien wird in den Hoden auch das männliche Sexualhormon Testosteron gebildet.

  2. Nebenhoden

    In den Nebenhoden werden Spermien etwa drei Monate „zwischengelagert“. Die Samenzellen brauchen diesen Reifungsprozess, bevor sie eine Eizelle befruchten können. Sie bleiben dort, bis sie beim Samenerguss (Ejakulation) ausgeschieden werden.

  3. Samenleiter

    Verbindet die Nebenhoden mit der Harnröhre und dient zur Weiterleitung der Spermien bei der Ejakulation. Die beiden Samenleiter sind jeweils etwa 50 bis 60 Zentimeter lang.

  4. Harnsamenröhre

    Durch dieses Geschlechtsorgan kann sowohl Urin als auch Samen (Sperma) aus dem Körper gelangen. Bei sexueller Erregung wird die Verbindung der Harnsamenröhre zur Harnblase verschlossen, damit kein Urin austritt.

  5. Bläschendrüsen

    Sie produzieren ein Sekret, das Fruchtzucker enthält. Es versorgt die Spermien mit Energie und hält sie vital und beweglich.

  6. Cowper-Drüsen

    Spermien können nur in einem pH-neutralen Milieu überleben. Die Cowper-Drüsen sondern ein Sekret ab, welches das ansonsten saure Milieu in der Harnsamenröhre neutralisiert.

  7. Prostata

    Die Vorsteherdrüße liegt unterhalb der Harnblase und umkleidet die Harnröhre ringförmig. Im Drüsenanteil der Prostata werden Bestandteile der Samenflüssigkeit hergestellt. Der Muskelkörper der Prostata stößt das Ejakulat bei einem Samenerguss über die Harnsamenröhre aus. Erkrankungen der Prostata sind eine häufige Ursache für Schwierigkeiten, den Urin zu kontrollieren und zu halten.