Erektionsprobleme

Sie kennen das vielleicht auch: Für viele Männer ist es eine mittelschwere Katastrophe, wenn sie mal "nicht können". Durchhänger beim Sex führen beim Mann häufig unmittelbar zu einem Teufelskreis aus Druck, Angst und Selbstzweifeln. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass fast jeder Mann gelegentlich von Erektionsproblemen betroffen ist.

Durchhänger im Bett sind besonders bei Männern immer noch ein heikles Tabuthema.

Viele denken: Ein echter Mann kann immer!

Männer setzen sich – völlig unabhängig von den Gründen für ihre Erektionsprobleme – nach einer einzigen „Schlappe“ im Bett sofort unter enormen Druck. Sie denken: „Warum funktioniert mein ‚bestes Stück‘ nicht mehr? Was denkt meine Partnerin jetzt von mir? Was, wenn es beim nächsten Mal wieder Probleme gibt?“ Oder auch: „Es muss jetzt klappen. Ich habe doch Lust auf Sex! Ich bin ein ganzer Mann – und der kann immer! Hilfe, bin ich jetzt etwa impotent?!“ Nicht selten beginnen mit solchen oder ähnlichen Gedanken langfristige Erektionsprobleme.

Für Probleme mit der Erektion gibt es viele Gründe

Dabei gibt es für Erektionsprobleme viele verschiedene Ursachen. Manche davon sind vorübergehend, nicht behandlungsbedürftig und völlig harmlos (z.B. eine stressige Lebensphase oder eine Partnerin, von der sich der Mann unter starken Erfolgsdruck gesetzt fühlt). In anderen Fällen liegen Krankheiten wie Diabetes, Arteriosklerose oder ein Testosteronmangel zugrunde. Hier kann mit Erfolg behandelt werden.

Die Erkrankung „Erektile Dysfunktion“

Von einer bestehenden Erkrankung, der Fachbegriff lautet „Erektile Dysfunktion“, spricht man erst, wenn es dem Mann innerhalb eines halben Jahres in der Mehrzahl der Versuche nicht gelingt, eine für ein befriedigendes Sexualleben ausreichende Erektion des Penis aufzubauen und/oder beizubehalten.

Der Druck, den sich Männer machen, verschärft die Probleme

Doch egal, was genau hinter den Erektionsproblemen steckt: Der Druck, den sich betroffene Männer bei diesem Thema fast immer machen, kann das Problem erheblich verschärfen und in die Länge ziehen.

Mythen um Penis und Männlichkeit

Die unzähligen „Sprüche“ und unrealistischen Vorstellungen, die über Potenz, Erektion und Männlichkeit kursieren, erschweren einen gelassenen Umgang mit Schwierigkeiten in diesem Bereich zusätzlich. Fast allen Männern – und auch Frauen – schwirren zu diesen Thema Mythen im Kopf herum, die wissenschaftlich längst überholt sind. Hier eine kleine Auswahl:

  1. Erektionsprobleme sind ein Zeichen schwacher Männlichkeit

    Richtig ist: Fast jeder Mann – auch „echte Kerle“ – haben schon Durchhänger beim Sex erlebt. Das ist vollkommen normal, der Körper ist eben keine Maschine. Auch von der Erkrankung Erektile Dysfunktion sind viel mehr Männer betroffen, als Sie vielleicht glauben. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie gibt an, dass mindestens jeder fünfte Mann an längerfristigen Erektionsproblemen leidet, wobei besonders Männer über 50 betroffen sind. Zählen Sie ruhig mal im Büro oder an der Bushaltestelle im Stillen ab. Jeder fünfte Mann – das ist eine ganze Menge! Da auch Stress und ungesunde Lebensgewohnheiten wie einseitige Ernährung und zu wenig Bewegung ursächlich sein können, ist die Tendenz der Betroffenenanzahl stark steigend.

  2. Nur ein großer Penis bereitet der Partnerin Sexvergnügen

    Richtig ist: Wie so vieles im Leben ist auch das eine Geschmacksfrage. Befriedigender Sex ist nicht von der Größe bestimmter Körperteile abhängig. Ob beide Partner das Liebesspiel genießen und die Frau einen Orgasmus erreicht, hängt davon ab, wie gut das Paar beim Sex miteinander harmoniert und kommuniziert. Ob eine Frau einen großen oder einen kleineren Penis beim Sex bevorzugt, hängt übrigens auch stark von ihrem eigenen Körperbau ab. Verallgemeinerungen in Sachen Penisgröße sind deshalb absolut nicht ernstzunehmen!

  3. Masturbation führt zu Erektionsproblemen

    Richtig ist: Selbstbefriedigung ist eine ganz normale sexuelle Aktivität in jedem Alter, die zum Menschsein einfach dazugehört. Im gesunden Maße ausgeübt (und dieses Maß ist bei jedem anders), führt Masturbation definitiv nicht zu Potenzproblemen. Masturbation kann allerdings Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit beim Sex mit der Partnerin haben, wenn ein Mann zwanghaft und sehr häufig onaniert. Meist ist dies heutzutage in Verbindung mit Porno- oder Online-Sexsucht der Fall. Durch den übertriebenen Konsum von Bildern und Filmen und die häufige Masturbation (mehrmals am Tag) kann es tatsächlich zu Versagen beim „echten“ Sex kommen.

  4. Die Einnahme von Potenzmitteln ermöglicht eine stundenlange Erektion

    Richtig ist: Medikamente gegen Erektile Dysfunktion unterstützen die Blutzirkulation im Penis (und damit die Erektionsfähigkeit) bei sexueller Stimulation. Die Dauer der Erektionsfähigkeit kann dabei ein wenig verlängert werden – aber der Penis schlafft nach dem Samenerguss ganz normal wieder ab. Generell gilt: Für Männer ohne Potenzstörung bringen Viagra und Konsorten nichts. Es gibt unterschiedliche Medikamente und Wirkstoffe, die zu gesteigerter Erektionsfähigkeit führen. Einige wirken über wenige Stunden, andere für ein bis drei Tage. Auch bei einem längerfristig wirkenden Medikament kommt es in der Regel nicht zu Dauer-Erektionen. Die unterstützende Wirkung dieser Medikamente bei sexueller Stimulation ermöglicht für die große Mehrheit der Männer mit erektiler Dysfunktion jedoch einen befriedigenden Geschlechtsverkehr

  5. Beim Aufwachen muss ein Mann eine Erektion haben – sonst stimmt irgendwas nicht

    Richtig ist: Jeder Mann hat in bestimmten Schlafphasen Erektionen, die zwischen 15 und 40 Minuten anhalten können. Diese Erektionen haben nichts mit sexueller Erregung zu tun, sondern dienen der regelmäßigen Durchblutung des Penis. Wer mit einer Erektion am Morgen aufwacht, ist gesund und meist jung. Bleibt die morgendliche Erektion mal aus, mag dies nur bedeuten, dass die letzte nächtliche Schlaferektion schon vorüber ist. Eine völlige Abwesenheit von Schlaferektionen kann allerdings ein Hinweis auf eine Erektile Dysfunktion sein. Fehlende morgendliche Erektionen sind auch ein Hinweis auf einen möglichen Testosteronmangel. Andererseits schließen morgendliche und nächtliche Erektionen eine körperliche Ursache für viele Formen der Erektilen Dysfunktion aus. Oft liegen dann eher psychische Ursachen vor.

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