Potenzprobleme – Informationen für die Partnerin

Nähe, Intimität, Lust: Ein harmonisches Sexleben ist ein entscheidender Faktor für eine glückliche Partnerschaft. Mit Offenheit und Verständnis müssen auch Probleme mit der Erektion das Liebesleben nicht langfristig erschüttern.

Wenn sich Ihr Partner abweisend verhält, hat das nicht immer mit Ihnen zu tun.

„Ach, Schatz. Lass mal… Mir ist heute nicht danach!“

Ihr Mann ist plötzlich so anders. Beim Einschlafen dreht er sich einfach um, auch Kuscheln und Zärtlichkeiten weist er immer häufiger zurück: „Nee, lass mal. Mir ist heute nicht danach…“ Viele Frauen stehen vor einem Rätsel, wenn sich ihr Partner plötzlich abweisend verhält und kein Interesse mehr an Sex zeigt. Die meisten beziehen das veränderte Verhalten sofort auf sich: Bin ich ihm zu langweilig geworden? Oder nicht mehr attraktiv genug?

Hinter abweisendem Verhalten stecken oft Potenzprobleme

Sehr häufig steckt aber ein ganz anderer Grund dahinter, wenn sich ein Mann plötzlich zurückhaltend gegenüber seiner Partnerin verhält. Wenn Männer Situationen vermeiden, die zu Sex führen könnten, sind oft Probleme mit der Potenz der Auslöser. Ganz nach dem Motto: Wenn ich keinen Sex zulasse, merke ich auch nichts von meinem Problem. Wichtig: Nehmen Sie die Flaute beim Sex nicht persönlich! Wenn Sie beobachten, dass Ihr Mann Zärtlichkeiten zurückweist oder schon mal eine überraschende „Schlappe“ beim Sex miterlebt haben, ist eines ganz wichtig: Versuchen Sie, die Probleme, die Ihr Mann mit seiner Sexualität hat, nicht persönlich zu nehmen. Nichts schadet der ohnehin heiklen Situation mehr, als Vorwürfe oder beleidigtes Schweigen.

Für Ihren Mann ist die Situation extrem schwierig

Um es mal ganz deutlich zu sagen: Für jeden Mann ist es eine mittelschwere Katastrophe, wenn sein Penis nicht mehr richtig steif wird. Um die Gefühle Ihres Partners bei Erektionsstörungen besser zu verstehen, kann es hilfreich sein, sich die typischen „Männergedanken“ in dieser Situation vor Augen zu führen. Wenn ihr Mann Probleme mit seiner Erektionsfähigkeit bemerkt, denkt er vermutlich ähnliche Dinge wie:

  • Ich bin ein Versager, ein richtiger „Schlappschwanz“!
  • Ich kann meine Partnerin nicht mehr glücklich machen und befriedigen.
  • Ich werde alt, nur alte Männer sind impotent.
  • Ich habe Angst, verlassen zu werden, wenn meine Frau einen „ganzen Kerl“ findet.
  • Ich kann mit niemandem über mein Problem reden – wie stehe ich denn dann da?
  • Ich traue mich nicht, zum Arzt zu gehen. Das wäre mir unendlich peinlich.

Versuchen Sie, mit Ihrem Partner ins Gespräch zu kommen

Für Sie als Partnerin ist es wichtig, die Selbstvorwürfe und Ängste Ihres Mannes nicht durch unüberlegtes Verhalten zu verschärfen. Erst mal ist es wichtig, überhaupt ins Gespräch zu kommen. Vermeiden Sie dabei Fragen wie: „Stehst du jetzt nicht mehr auf mich?“ Oder: „Kann es sein, dass ich dir zu dick geworden bin?“

So locken Sie ihn charmant und verständnisvoll aus der Reserve

Versuchen Sie stattdessen, ihren Mann mit Charme und Einfühlungsvermögen aus der Reserve zu locken. Wenn er mal wieder Ihre Zärtlichkeiten zurückweist oder es gerade zu einer „Sexpanne“ gekommen ist, könnten Sie zum Beispiel lieb und augenzwinkernd sagen: „Hey, was ist denn jetzt los? Da kenne ich dich aber ganz anders!“

Geben Sie ihrem Partner Unterstützung statt Mitleid

Auf diese Art fällt es Ihrem Mann leichter, Ihnen von seinem Problem zu erzählen. Wichtig: Reagieren Sie nicht bestürzt oder traurig. Mitleid hilft nicht weiter! Sie sollten ihrem Partner einfach zeigen, dass Sie sich vorstellen können, wie es ihm jetzt geht. Zum Beispiel so: „Oh je, und das passiert so einem tollen Kerl wie dir. So wie ich dich kenne, denkst du jetzt bestimmt, die Welt geht unter. Aber wir kriegen das wieder hin! Ich glaube, das Problem haben wirklich viele Männer – und man kann auch etwas dagegen tun.“

Ermutigen Sie Ihren Partner, einen Selbsttest für Erektionsstörungen zu machen.

Es ist wichtig, dass Ihr Mann zum Arzt geht

Wenn ein Mann regelmäßig Probleme mit der Erektion hat, sollte er unbedingt einen Urologen oder Andrologen aufsuchen. Denn die Ursachen einer Potenzstörung sind vielfältig und müssen abgeklärt werden. Einen Spezialisten in Ihrer Nähe können Sie zum Beispiel hier finden. Auch Ihre Krankenkasse kann Ihnen Ärzte in der Nähe Ihres Wohnorts nennen. Viele Männer tun sich aber gerade mit dem Arztbesuch schwer. Sie können Ihrem Partner helfen, indem Sie sich gemeinsam vorab informieren, wie harmlos so ein Termin in Wirklichkeit abläuft. Hier können Sie nachlesen, was genau in der Sprechstunde passiert. Sie werden sehen: Es gibt wirklich keinen Grund zur Aufregung. Bieten Sie Ihrem Mann an, für ihn einen Termin zu vereinbaren und auch, ihn in die Sprechstunde zu begleiten. Es ist sehr gut möglich, dass ihm Ihr „Beistand“ die Sache schon erheblich erleichtert. Wenn er lieber allein gehen will – auch gut! Nicht vergessen: Vorwürfe machen die Angelegenheit nur schlimmer.

Helfen Sie Ihrem Mann die Behandlung durchzuhalten

Wenn der Arzt eine „Erektile Dysfunktion“ bei Ihrem Partner diagnostiziert hat, gibt es viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Welche für Ihren Mann die beste ist, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab. Ganz egal, ob der Arzt eine Testosterontherapie, ein Potenzmittel oder „nur“ eine Umstellung der Lebensgewohnheiten (gesünder essen, mehr Sport) verordnen wird: Konsequenz in der Behandlung ist sehr wichtig. Unterstützen Sie Ihren Mann in dem Vorhaben, die Therapie wirklich durchzuziehen! Sie können ihn zum Beispiel an die Anwendung der Medikamente erinnern und/oder hin und wieder nach Veränderungen seiner Symptome oder eventuellen Nebenwirkungen fragen. Bleiben Sie mit ihm am Ball!

Geduld zahlt sich aus

Eine Erektionsstörung wird nicht von heute auf morgen behoben. Da oft auch die Psyche des Mannes von dem Problem betroffen ist, kann es Monate dauern, bis sich die Sexualität wieder normalisiert. Während der Behandlung sollten Sie einfach ein bisschen Geduld und Nachsicht mit Ihrem Partner haben. Druck und Drängeln bewirken nichts – Geduld und Verständnis zahlen sich aus.

Selbsttest Erektionsstörungen

Wenn Sie herausfinden wollen, ob ihr Partner eventuell an einer Erektilen Dysfunktion leidet, geht‘s hier zum Selbsttest.

Hinweis: Im vorliegenden Text wird neben der männlichen Form „Partner“ auch häufig die weibliche Form „Partnerin“ verwendet. Im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes schließt es bei beiden Formen das jeweils andere Geschlecht gleichermaßen ein.