Erektionsprobleme und Urologe

Aus Scham und Angst vor peinlichen Gesprächen schieben Männer einen Arztbesuch bei Erektionsproblemen häufig auf die lange Bank. Für den Facharzt ist die Krankheit Erektile Dysfunktion aber etwas ganz Alltägliches.

Ein guter Arzt hilft seinem Patienten auf nette Art und Weise weiter.

  1. Der erste Schritt: Den richtigen Arzt finden

    Wenn Sie an Erektionsstörungen leiden, ist Ihr medizinischer Ansprechpartner ein Urologe oder Androloge. Beide Fachärzte behandeln fast täglich Männer, die an Erektiler Dysfunktion leiden. Mit unserem Arztfinder auf mannvital.de (LINK) können Sie sich einen Arzt in Ihrer Nähe heraussuchen. Auch Ihre Krankenkasse kann Ihnen Fachärzte in der Nähe Ihres Wohnortes nennen.

  2. Termin vereinbaren

    Viele Männer befürchten, dass Sie schon bei der Terminvereinbarung peinliche Fragen beantworten müssen. Das ist nicht der Fall! Sie rufen ganz normal in der Praxis an und sagen, dass Sie möglichst zeitnah in die Sprechstunde kommen möchten. Das Praxispersonal wird dann einen Termin mit Ihnen vereinbaren. Sollten Sie doch gefragt werden, worum es geht, können Sie einfach antworten: „Mir geht es nicht so gut, und ich bräuchte eine Beratung.“ Ihre Erektionsprobleme müssen Sie nicht erwähnen.

  3. Keine Angst vor dem Gespräch mit dem Urologen!

    Der eigentliche Arztbesuch ist viel harmloser als Sie vielleicht denken. Natürlich müssen Sie mit dem Arzt intime Dinge besprechen – und das fällt niemandem besonders leicht. Aber bedenken Sie: Urologen und Andrologen haben täglich mit der Erkrankung Erektile Dysfunktion zu tun. Sie sprechen regelmäßig mit Männern, die an Erektionsstörungen leiden und haben Routine darin. Ein guter Arzt hilft seinem Patienten auf nette Art und Weise weiter, wenn das Gespräch ins Stocken gerät oder mal die Worte fehlen. Er erwartet nicht, dass Sie einen ausführlichen „Vortrag“ über Ihr Intimleben halten!

Diese Fragen wird Ihnen der Arzt wahrscheinlich stellen

Viele Männer fühlen sich sicherer, wenn Sie vorher ungefähr wissen, was der Arzt fragen wird, um etwas über die Ursachen ihrer Erektionsstörung herauszufinden. Fragen, die vor der Untersuchung erörtert werden, könnten unter anderem folgende sein:

  • Seit wann haben Sie die Probleme mit der Erektion schon?
  • Wie genau äußern sich die Potenzstörungen bei Ihnen? Haben Sie gar keine Erektion? Oder reicht die Erektion nicht zum Geschlechtsverkehr? Oder lässt sie währenddessen nach?
  • Sind die Potenzstörungen von heute auf morgen aufgetreten oder hat sich die Situation langsam verschlechtert?
  • Gibt es besondere Ereignisse in Beruf, Familie und Partnerschaft, die mit dem Eintreten der Potenzstörung zusammenfallen?
  • Haben Sie nächtliche oder morgendliche Erektionen?
  • Gibt es Situationen, in denen Sie eine zufriedenstellende Erektion haben? Zum Beispiel beim Anschauen von erotischen Bildern, bei der Selbstbefriedigung oder in besonders entspannten Momenten (z.B. im Urlaub)?
  • Hat Ihre Lust auf Sex nachgelassen?
  • Wie fühlen Sie sich im Allgemeinen? Sind Sie fit? Oder oft müde und abgeschlagen?
  • Können Sie mit Ihrer Partnerin über das Problem sprechen?

Notieren Sie sich vor dem Arztbesuch auch eigene Fragen bezüglich Ihres Erektionsproblems.
Das gibt zusätzliche Sicherheit.

Auch bei der körperlichen Untersuchung können Sie gelassen bleiben

Im Anschluss an das Vorgespräch folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird Sie bitten, sich auf eine Liege zu legen. Zunächst werden der Bauch und die Leistengegend, die Hoden und der Penis abgetastet, um eventuelle Auffälligkeiten festzustellen. Danach wird der Arzt Ihre Prostata abtasten. Viele Männer haben Angst vor dieser Untersuchung, aber auch sie ist keine große Sache!

So läuft die Prostata-Untersuchung ab

Der Arzt wird Sie bitten, sich auf die Seite zu drehen. Dann zieht er sich einen dünnen Handschuh an und streicht etwas Gel auf einen Finger. Diesen führt er dann – vorsichtig und so schmerzfrei wie möglich – in Ihren After ein. Vom Enddarm aus kann er nun die Prostata ertasten. Die rektale Untersuchung dauert selten länger als 30 Sekunden und tut wirklich nicht weh. Sie können ganz gelassen bleiben.

Fragen erwünscht!

Sie sollten bei Ihrem Arztbesuch alles fragen, was Ihnen zu Ihrer Erektionsstörung auf dem Herzen liegt. Fragen wie „Kann ich irgendwann wieder ganz normal Sex haben?“ sind absolut okay! Übrigens: Manchmal passiert es Ärzten, dass sie während des Gesprächs, häufig bei der Diagnose, in medizinische Fachsprache verfallen. Wenn Ihr Arzt Ihnen also zum Beispiel in rasendem Tempo etwas von „PDE-5-Hemmern“ oder „defizitären Testosteronwerten“ erzählt und Sie nur noch Bahnhof verstehen – stoppen Sie ihn ruhig. Es geht um Ihren Körper! Deshalb dürfen Sie jeden Arzt bitten, sich so auszudrücken, dass Sie ihn genau verstehen können.

Im Labor werden Ihre Blutwerte ermittelt

Um die Ursachen Ihrer Erektionsstörung ganz genau einzugrenzen, wird Ihnen bei Ihrem Besuch in der Praxis auch Blut abgenommen. Im Labor wird dann Ihr Testosteronwert und der Status weiterer Hormone und Proteine (z.B. SHBG, LH, PSA) bestimmt.

Fragebogen zum Selbst-Check

Sie können sich auf Ihren Arztbesuch vorbereiten, indem Sie unseren Fragebogen zum Selbst-Check vorab ausfüllen (LINK). Danach einfach ausdrucken und dem Arzt im Vorgespräch vorlegen.

Die Partnerin darf mitkommen

Einige Männer haben ein besseres Gefühl, wenn Sie nicht allein in die Sprechstunde gehen müssen. Deshalb können Sie Ihre Partnerin ruhig mitnehmen, das ist vollkommen üblich. Wenn Sie lieber allein gehen wollen, ist das aber auch völlig in Ordnung.