Testosterongel oder Spritze: Was ist die richtige Therapie für mich?

Der Arzt hat bei Ihnen einen Testosteronmangel festgestellt. Nun werden sie gemeinsam entscheiden, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist. Sehr häufig werden Testosteronspritzen oder Testosterongele verordnet.

So wird das Testosterongel aufgetragen – die blauen Bereiche bitte aussparen!

Ihr Arzt wird Sie kompetent beraten …

Sie sollten jedoch an der Entscheidung über die Art der Testosteron-Therapie beteiligt werden. In der Regel gilt, dass Sie sich auf den Rat Ihres Arztes verlassen können: Eine Testosteron-Therapie ist für die meisten Andrologen und Urologen etwas ganz Alltägliches, die meisten können auf zahlreiche Erfahrungswerte zurückgreifen.

Gele und Spritzen sind die bewährtesten Mittel gegen Testosteronmangel.

Oft werden Gele oder Spritzen verordnet

Die bewährtesten Mittel gegen Testosteronmangel sind Gele und Spritzen. Beide Anwendungsformen haben verschiedene Vorteile. Testosterongel wird einmal täglich auf die Haut aufgetragen. Testosteronspritzen werden in Intervallen beim Arzt verabreicht.

Testosteron-Gel

Zahlreiche Männer bevorzugen die Anwendung eines Testosterongels, da sie selbst die Kontrolle über ihre Therapie ausüben. Das testosteronhaltige Gel wird einmal täglich, meist morgens, auf Oberarme, Schultern oder Bauch aufgetragen. Das Männlichkeitshormon wird dann über die Haut während 24 Stunden gleichmäßig ins Blut abgeben.

Vorteile:

  • Sehr unkomplizierte Anwendung – schnelle Wirkung: Das Gel trocknet rückstandslos. Die Wirkung erfolgt sehr schnell, da sich der Testosteronspiegel bereits am ersten Tag normalisiert. Schon ab dem zweiten Tag ist ein gleichbleibender Wert erreicht, der bei regelmäßiger Anwendung langfristig stabil bleibt.
  • Diskrete Behandlung: Nachdem das Gel auf der Haut getrocknet ist, bleibt die Testosteronbehandlung für Dritte völlig unsichtbar. Vermeiden Sie jedoch den direkten Hautkontakt der Auftragungsstellen mit anderen Personen.
  • Individuell dosierbar: Bei einer Behandlung mit Testosterongel behalten Sie die volle Kontrolle. Eine eventuelle Über- oder Unterdosierung kann – nach Absprache mit dem Arzt – durch eine Anpassung der aufgetragenen Gelmenge ausgeglichen werden. Durch mehr Gel können Testosteronspiegel und Testosteronwirkung flexibel gesteigert, durch weniger Gel verringert werden. Auch kann die Behandlung, wenn notwendig, jederzeit unterbrochen werden.
  • Gleichmäßige Testosteronspiegel: Die Hormonwerte bleiben auch über einen längeren Anwendungszeitraum gleichmäßig, es gibt keine ungewollten Testosteron-Höhepunkte oder „Absacker“
  • Flexibilität: Die Therapie ist sowohl zu Hause als auch unterwegs durchführbar.

Nachteile:

  • Große Anwendungsfläche
  • Gelegentlich sind Hautirritationen möglich
  • Dritte – ganz besonders Kinder und Schwangere – dürfen nicht mit dem Testosterongel in Berührung kommen
  • Nach jeder Behandlung ist konsequentes, sehr gründliches Händewaschen erforderlich.

Dank des Testosteron-Gels wird das Hormon über die Haut in 24 Stunden ins Blut abgegeben.

Testosteronspritzen

Testosteronspritzen werden grundsätzlich in der Arztpraxis verabreicht. Das Hormon wird in den Gesäßmuskel injiziert. Die Testosteronspritzen entfalten eine Depot-Wirkung. Das heißt, das Hormon wird im Körper gespeichert und wirkt dort über einen längeren Zeitraum. Es gibt zwei Arten von Testosteron-Injektionen. Bei der „3-Monats-Spritze“ besucht der Patient zirka alle 10 bis 14 Wochen die Arztpraxis, um sich das Männlichkeitshormon spritzen zu lassen.

Vorteile:

  • Sehr bequem, da der Patient über einen längeren Zeitraum nicht an die Behandlung denken muss.
  • Bei jeder Behandlung ist eine persönliche Rücksprache mit dem Arzt möglich (bei Fragen usw.).

Nachteile:

  • Die Behandlung ist abhängig vom Arztbesuch, d.h. der Patient kann nicht selbst aktiv werden.
  • Bei evtl. auftretenden Nebenwirkungen kann die Wirkung für einen längeren Zeitraum nicht unmittelbar unterbrochen werden.
  • Es wird eine ölige Lösung in den Muskel gespritzt. Daher kann es ein bisschen schmerzhaft sein. In seltenen Fällen kann sich das Öl im Blutgefäßsystem verteilen und ernsthafte Beschwerden verursachen, die gegebenenfalls ärztlich behandelt werden müssen.
  • Häufig steigt die Wirkung kurz nach der Injektion übermäßig an, um dann in den Tagen/Wochen vor der nächsten Spritze oft spürbar abzufallen. Dieses sogenannte “Testosteronloch” am Ende des Spritzenintervalls kann evtl. mit Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen einhergehen.
  • Zu Beginn der Behandlung kann das individuelle Intervall bis zur nächsten Spritze noch nicht exakt angegeben werden (weil noch keine Erfahrungswerte vorliegen).

Neben der „3-Monats-Spritze“ gibt es noch die klassische Testosteronspritze. Sie hat eine kürzere Wirkdauer: Der Patient bekommt alle zwei bis drei Wochen eine Injektion in der Arztpraxis. Vor- und Nachteile sind im Großen und Ganzen die gleichen, wie bei der 3-Monats-Spritze. Durch die kürzere Wirkdauer kann der Arzt im Falle von unerwünschten Nebenwirkungen aber schneller reagieren und die Dosierung verändern.

Kontrolluntersuchungen sind wichtig

Während der Testosteronbehandlung sind Kontrollbesuche beim behandelnden Arzt sehr wichtig. Im ersten Jahr der Behandlung wird der Arzt bei Ihnen alle drei bis sechs Monate den Testosteronwert messen, ein Blutbild erstellen (Blutabnahme) und Prostata und allgemeine körperliche Verfassung untersuchen. Wenn die Behandlung sich eingespielt hat und schon mindestens ein Jahr lang läuft, werden nur noch jährliche Kontrollen durchgeführt.

Wann zahlt die Krankenkasse das Testosteron-Präparat?

Wenn bei Ihnen nachweislich ein Testosteronmangel besteht, d.h. Sie haben Beschwerden und Ihr Testosteronwert im Blut ist zu niedrig, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten der Behandlung.