Testosteronmangel – Informationen für die Partnerin

Irgendwie ist Ihr Mann anders als sonst: Ständig schlapp und gereizt. Auch im Bett läuft es nicht mehr so richtig. Wenn Testosteronmangel dahinter steckt, ist es wichtig, dass Sie Ihren Partner unterstützen.

Zeigen Sie Verständnis für Ihren Mann ohne ihn unter Druck zu setzen.

Die Symptome sind schwer einzuordnen

Die Symptome von Testosteronmangel sind selbst für den betroffenen Mann nicht so leicht als Krankheit zu erkennen: Antriebslosigkeit, unerklärliche Müdigkeit, Schlafstörungen, keine Lust auf Sex, Probleme mit der Erektion… Besonders im Anfangsstadium könnten viele Anzeichen von Testosteronmangel auch harmlose Begleiterscheinungen einer anstrengenden Lebensphase sein. Druck im Job, Geldsorgen, Konflikte in der Familie. Irgendeine „Ausrede“ findet sich fast immer.

Es geht um ein heikles Thema: Die Männlichkeit

Für Sie als Partnerin ist es doppelt schwer, das veränderte Verhalten Ihres Mannes als Krankheit einzuordnen. Ist er einfach nur schlecht gelaunt? Hat er Sorgen? Wahrscheinlich haben Sie sich sogar schon gefragt, ob seine allgemeine Lustlosigkeit etwas mit Ihnen oder Ihrer Attraktivität zu tun hat. Vielleicht haben Sie Ihren Partner auch schon darauf angesprochen – und das Problem damit ungewollt verschärft. Die meisten Männer versuchen, Probleme mit der Männlichkeit erst einmal zu verdrängen. Wenn die Partnerin dann nachhakt, ob etwas nicht in Ordnung ist, wird sie nicht selten unwirsch abgefertigt. Was noch mehr Konflikte bringt und die Probleme eher verschärft.

Erleichtern Sie Ihrem Partner die ersten Schritte, falls er nicht selber aktiv wird.

Gönnen Sie Ihrem Mann Ruhe, zeigen Sie Verständnis

Trotzdem sollten Sie die Probleme Ihres Partners natürlich auf keinen Fall einfach aussitzen. Wichtig ist, dass Sie Verständnis für Ihren Mann zeigen, ohne ihn unter Druck zu setzen. Er hängt nach der Arbeit wieder mal müde vor dem Fernseher? Setzen Sie sich dazu, nehmen Sie ihn in den Arm. Vielleicht fragen Sie ihn einfach: „Was kann ich dir Gutes tun?“ Und: Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn er sagt, dass er eigentlich nur seine Ruhe haben will. Das ist sehr wahrscheinlich wirklich so und hat nichts mit Ihnen zu tun.

So kommen Sie ins Gespräch

Ein Testosteronmangel muss vom Arzt festgestellt und behandelt werden. Wenn Ihr Partner nicht selbst aktiv wird (und das ist häufig der Fall) können Sie ihm die ersten Schritte erleichtern. Um das Gespräch erst mal auf das Thema Testosteronmangel zu bringen, könnten Sie zum Beispiel Informationen oder Artikel aus dem Internet ausdrucken und Ihrem Mann zeigen. „Schau mal hier, das habe ich heute gelesen. Vielleicht ist das interessant für dich!“ Männer sind oft dankbar für so eine Gesprächsvorlage. Wenn er sich ein bisschen mit dem Thema befasst hat, können Sie ihm auch einen Arztbesuch vorschlagen. Bieten Sie Ihrem Mann auch an, ihn zu begleiten, das macht die Sache eventuell noch leichter für ihn.

Heikel, aber nicht unlösbar: Das Reden über die Potenz

Bei fast allen Männern schlägt sich Testosteronmangel früher oder später auch auf die Potenz nieder. Dieses Problem kann die Partnerschaft stark belasten. Deshalb ist es besonders wichtig, darüber zu sprechen. Wenn Ihr Mann Schwierigkeiten hat, eine Erektion zu bekommen oder zu erhalten, sollten Sie auf keinen Fall ein Drama daraus machen und die „Schlappe“ auf sich beziehen. Sie könnten in einer konkreten Situation zum Beispiel charmant fragen: „Hoppla, was ist denn jetzt los? Da kenne ich dich aber ganz anders!“ So ein Einstieg erleichtert es Ihrem Mann, zu sagen, dass er selbst nicht weiß, was mit ihm los ist.
Vielleicht gelingt es Ihnen dann auch direkt, die Möglichkeit anzusprechen, dass er an einer Erektionsschwäche oder einem Testosteronmangel leidet.

Probleme beim Sex können den Arztbesuch beschleunigen

Wenn Sie und Ihr Partner erst mal über das heikle Thema Sex und Potenz gesprochen haben, kann es sogar sein, dass Ihr Mann leichter zum Arztbesuch zu bewegen ist. Denn, darauf können Sie sich verlassen: Er wird unbedingt wollen, dass möglichst rasch alles wieder so funktioniert wie früher! Bei Antriebslosigkeit, unerklärlicher Müdigkeit und Schlafstörungen wird der Arzt vielleicht zunächst eine Umstellung des Lebensstils empfehlen. Auch eine Änderung der Essgewohnheiten, Gewichtsabnahme und mehr Bewegung kann sinnvoll sein, um wieder in Schwung zu kommen. Sofern sich tatsächlich ein Testosteronmangel bestätigt, sollte der Arzt eine Behandlung mit Testosteron (z.B. Gele, Spritzen, Pflaster) einleiten.

Ermutigung und Unterstützung sind wichtig für Ihren Partner

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Mann in dieser Lebensphase begleiten. Versuchen Sie, mit ihm im Gespräch über Beschwerden und Fortschritte zu bleiben. Unterstützen Sie die Veränderung seiner Lebensumstände. Und: Ermutigen Sie ihn, die Therapie durchzuhalten.

Hinweis: Im vorliegenden Text wird neben der männlichen Form „Partner“ auch häufig die weibliche Form „Partnerin“ verwendet. Im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes schließt es bei beiden Formen das jeweils andere Geschlecht gleichermaßen ein.