Regulation des Testosteronspiegels

Die Bildung von Testosteron wird über einen komplexen Regelkreis gesteuert. Hauptbeteiligte sind verschiedene Drüsen und Hormone.

Die Grafik zeigt den Testosteronspiegel jüngerer und älterer Männer im Vergleich.

Zusammenspiel zwischen Hirn und Hoden

Die drei Eckpfeiler der Testosteron-Produktion sind die Hypothalamus-Drüse (im Zwischenhirn), die Hirnanhangdrüse (Hypophyse, ebenfalls im Gehirn) und die Hoden.

  • Die Hypothalamus-Drüse schüttet das „Gonadotropin-freisetzende Hormon“ (kurz: GnRH) in die Blutbahn aus.
  • Das GnRH gelangt direkt in die Hirnanhangdrüse. Dort bewirkt es die Ausschüttung des „Luteinisierenden Hormons“ (kurz: LH) und des „Follikel-stimulierenden Hormons“ (kurz: FSH)
  • Das LH gelangt über die Blutbahn in die Hoden. Dort löst es in den sogenannten „Leydig-Zellen“ die Bildung von Testosteron aus. Das FSH regt die Spermienbildung an.

Die Konzentration an Testosteron ist im Hoden am höchsten

Kurz zusammengefasst: Durch die Ausschüttung vom Freisetzungshormon (GnRH) und einem weiteren Hormon (LH) im Gehirn, wird in den Hoden die Testosteron-Produktion angeregt und ausgelöst.

Etwa 6 Milligramm des Androgens werden bei einem erwachsenen Mann täglich von den Leydig-Zellen produziert und gelangt in den Blutkreislauf.

Am Syntheseort in den Hoden ist die Testosteronkonzentration etwa 80 mal höher als im Blut. Testosteron kann in den Leydig-Zellen jedoch nicht gespeichert, sondern muss ständig nachproduziert werden.

Die Testosteronkonzentration ist am Syntheseort in den Hoden etwa 80 mal höher als im Blut.

Der Körper produziert das Androgen rund um die Uhr

Die Halbwertzeit des Testosterons, also die Zeit, die der Körper braucht, um das Hormon wieder abzubauen, beträgt beim Erwachsenen etwa 12 Minuten. Um einen stabilen Hormonpegel zu erreichen, muss also ständig neues Testosteron in den Leydig-Zellen hergestellt werden.

Zahlreiche Faktoren wie z.B. heftige Gefühle, Stress, Umweltbedingungen, Lebensstil etc. lassen den Testosteronspiegel schwanken.

Das Regelkreis-Prinzip

Das Freisetzungshormon GnRH wird in der Hypothalamus-Drüse in regelmäßigen Abständen ausgeschüttet, was den beschriebenen Kreislauf immer wieder aufs Neue in Gang setzt.

Um einen ausgeglichenen Testosteronspiegel zu erreichen, muss immer genau die richtige Menge des Androgens produziert werden. Hierzu registriert der Hypothalamus den gestiegenen Hormonspiegel im Blut – und drosselt umgehend die Produktion der Freisetzungshormone.

Diese ausgefeilte Selbstregulation soll dafür sorgen, dass sich der Hormonhaushalt immer im Gleichgewicht befindet.

Der Testosteronspiegel ist sehr störanfällig

Die Balance des Testosteron-Regelkreises ist extrem empfindlich. Sie kann von zahlreichen Faktoren, wie zum Beispiel Tageszeit, heftigen Gefühlen, Stress, Umweltbedingungen, Lebensstil, Krankheiten und/oder Medikamenten und sogar Gerüchen, gestört werden. Die Folge: Der Testosteronspiegel schwankt.